Ihre Vorbild-Rolle = Ihre Einstellung prägt Ihr Kind ein leben lang

Ihre Vorbildrolle, liebe Mütter / Väter entscheidet alles. Ihre Vorbildrolle – das muss Ihnen bewusst sein – prägt Ihr Kind ein Leben lang. Sie haben es in der Hand, wie sich Ihr Kind später in seinem Leben behaupten wird. Sie haben es in der Hand, welche Einstellung Ihr Kind zum eigenen gewählten Beruf, zur Firma und generell zur Wirtschaft hat.

Ich habe bis heute als Wirtschaftstrainer nicht verstanden, warum man so gerne und oft mit viel Eifer den eigenen Beruf, die Firma und somit das ganze wirtschaftliche System schlecht macht. Natürlich gibt es vielleicht Alternativen, die verlockend sind. Bis heute hat sich jedoch kein anderes Wirtschaftssystem als positiv behaupten können. Vielleicht gibt es einmal ein anderes System. Doch einmal ehrlich, liebe Mütter, liebe Väter, was bringen solche Spekulationen, die immer zum Spiel führen: „Was wäre wenn?“

Es ist momentan so, wie es ist. Akzeptieren Sie die aktuellen Rahmenbedingungen und machen Sie für sich das Beste daraus.

Eines meiner größten Privilegien als Wirtschaftstrainer, die mit diesem Berufsbild zusammenhängen, sind die unverfälschten backstage Blicke in Firmen. Ich erlebe Firmen hautnah und so wie sie kein Außenstehender erlebt. Ich bin auch kein Fachtrainer und somit auf eine Branche beschränkt, sondern ich darf regelmäßig Entscheidungsträger und Mitarbeiter in 138 Branchen trainieren und als wunderbare Ergänzung dazu in jeder Firmengröße: vom Großkonzern bis zum Kleinstbetrieb mit 2, 3 Mitarbeitern.

Eine meiner absoluten Lieblings-Empfehlungen lautet: „Engagieren Sie sich für das ‚echte‘ Team!“

Warum ist mir das so wichtig? Weil in vielen Firmen das Wort TEAM und heute modern damit verbunden die Aussage „Teambuilding“ oft nur ein Lippenbekenntnis ist. Das Gegeneinander steht an der Tagesordnung. In Besprechungen werden Beschlüsse gefasst, die in Wahrheit die meisten Mitarbeiter und auch Führungskräfte nicht mittragen wollen. Nach außen hin präsentiert man gerne, dass man aktiv im Team mitwirken will. Sobald Besprechungen oder gemeinsame Treffen zwischen Mitarbeitern und Entscheidungsträgern vorbei sind, werden die Masken fallen gelassen, und die negative Kommunikation in der Firma läuft weiter.

Ich könnte tausende Seiten mit diesen Erlebnissen füllen, und sie tun mir wirklich weh. Ich verstehe bis heute nicht, warum man das Gegeneinander so stark forciert, obwohl man doch aus der Vogelperspektive betrachtet sofort erkennen muss: Nur das Miteinander macht Sinn. Das Erschreckende dabei, meine lieben Eltern, ist die Tatsache, dass das (fast) alle Mitarbeiter wissen, wenn ich sie unter vier Augen darauf anspreche. Es ist somit den meisten Menschen klar, dass das Gegeneinander nichts bringt. Viele sagen dann zu mir: „Ja, ich habe mich über den Chef oder den Kunden geärgert. Ich hab’s ja gar nicht so gemeint!“

Das Problem, wenn man solche negativen Wellen von sich gibt ist, dass sie sich wunderbar festigen, und irgendwann einmal sind die Fronten so verhärtet, dass nur mehr das Negative und das Gegeneinander forciert werden.

Die Medien spielen auch wunderbar mit und beziehen gerne Position, indem sie auch die Arbeitgeber, die Firmen und somit auch die Wirtschaft in ihrer Gesamtheit gerne in einem negativen Bild erscheinen lassen.

Das ist Ihnen sicher nicht unbekannt. Schalten Sie am Montag einen populären Radiosender ein, beginnt dieser sinngemäß mit der Aussage: „Der schlechteste Tag der Woche beginnt.“ Am Dienstag sagen dann Moderatoren: „Wir haben den ersten Arbeitstag dieser Woche hinter uns.“ Am Mittwoch sprechen Moderatoren gerne davon, dass schon Licht am Ende des Tunnels zu sehen ist. Manche sprechen von der Halbzeit. Am Donnerstag heißt es „der kleine Bruder vom Freitag ist heute.“ In bestimmten Branchen sind es nur mehr eineinhalb Tage, an denen man arbeiten muss. Mit dem Freitag beginnt der schönste Arbeitstag der Woche, denn es dauert meist nur mehr bis Mittag, und das heißersehnte Wochenende startet. Am Sonntagnachmittag stellt sich bei vielen Menschen wieder ein Unwohlgefühl ein, weil sie wissen, in wenigen Stunden geht es mit der Arbeit wieder los.

Finden Sie sich in diesem Beispiel wieder?

Meine lieben Eltern, Ihre Vorbildrolle prägt Ihr Kind ein Leben lang. Es liegt in Ihrer Verantwortung, wie Ihr Kind den Beruf, die Firma und somit die Wirtschaft als Gesamtes fühlt. Wenn Sie permanent das Negative vorleben, wird Ihr Kind es genauso annehmen. Unter uns offen angesprochen: In so einem negativen Umfeld kann doch nichts Positives dauerhaft gedeihen und entstehen!

Verstehen Sie mich jetzt bitte nicht falsch! Ich will keinesfalls, dass Sie eine rosarote Brille aufsetzen. Ich sage nicht, dass beim Ausüben des Berufes alles wunderschön ist. Ich sage nicht, man darf sich nicht über einzelne Vorgänge einmal ärgern. Ja, das gehört auch zum Leben! Nur diese negative, vorgefasste Meinung und somit Pauschal-Verurteilung bringt Ihnen und Ihrem Kind nichts. Sie wollen doch einen gesicherten Beruf, denn davon hängt auch die Gestaltung Ihres privaten Lebens ab. Das muss Ihnen als Mutter oder Vater bewusst sein. Sie wollen das Gleiche für Ihr Kind erreichen. Wie soll das funktionieren, wenn Sie Ihrem Kind jeden Tag das Negative vorleben?

Ziehen Sie ab heute die Notbremse. Die Vergangenheit können wir nicht mehr ändern. Es ist mühselig, ständig darüber zu sprechen, warum man es früher nicht schon getan hat. Sorgen Sie ab heute für einen frischen Wind in Ihrer Familie, in Ihrem privaten und beruflichen Umfeld. Engagieren Sie sich dafür, dass man die Arbeit, den Beruf und somit auch die Wirtschaft als Gesamtes positiv wahrnimmt und eines erkennt: „Nur wenn es der Wirtschaft gut geht, wenn wir uns miteinander dafür einsetzen, dass Erfolge entstehen, werden wir alle davon auch in unserem privaten Leben profitieren.“

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