Wirtschaft & Beruf – Wie begleiten Sie Ihr Kind in dieser wichtigen Lebensphase?

Wirtschaft & Beruf – Wie begleiten Sie Ihr Kind in dieser wichtigen Lebensphase?

Als Wirtschaftstrainer kenne ich durch meine Firmentrainings und persönlichen Gespräche folgende Problematik: Wie können Eltern ihre Kinder beim Einstieg in die Wirtschaft optimal unterstützen?

Veranstaltungen sowie Jobmessen

In den letzten Jahren hat diese Herausforderung durch den wirtschaftlichen Wandel, das Tempo und der zunehmenden Digitalisierung zugenommen. Wobei diese in der Zukunft noch steigen wird. Eltern und ihre Kinder werden heute durch viele Veranstaltungen sowie Jobmessen unterstützt.

Bestimmte Eltern sind aber oft die Bremser, so viele Veranstalter und die dort verantwortlichen Entscheidungsträger, obwohl die Jugendlichen bei diesen Veranstaltungen und Messen begeistert mitmachen wollen.

Emotionale Begleitung durch die Eltern

Für mich ist besonders wichtig, dass sich die Eltern bewusst sind, wie wichtig es ist, ihr Kind / ihre Kinder emotional richtig in dieser Lebensphase zu begleiten. Die Angebote wie oben erwähnt sind üppig, wenn es darum geht: Wie trifft man die richtige Berufsauswahl und vor allem wie sehen Berufe backstage aus? Heute kann sich jeder intensiv damit auseinandersetzen, für welchen Beruf er geeignet ist und was ihn bei einer bestimmten Berufswahl erwartet.

Negative Einflüsse

Viele Eltern übersehen in dieser wichtigen Lebensphase, dass jedoch die emotionale Einstellung zur Wirtschaft und zum Beruf bei den Kindern oft sehr negativ beeinflusst ist. Bereits in der Kindheit bekommen sie aus ihrem Umfeld mit, dass sich viele Erwachsene und später auch jugendliche Freunde, die zB. schon im Beruf tätig sind, sich eher negativ gegenüber dem Arbeiten-gehen und der Wirtschaft äußern. Auch in den Medien wird häufig darüber gesprochen und bei Anmoderationen darauf hingewiesen, wie super geil und toll die Freizeit ist und man leider auch arbeiten muss.

Insbesondere Erwachsene berichten zusätzlich über negative Zustände in Firmen. In der öffentlichen Meinung melden sich unter anderem Gewerkschaften und sonstige öffentliche Meinungsbildner zu Wort, die dann aufzeigen, dass die meisten Menschen ohnehin zu wenig verdienen. Insbesondere Gewerkschaften zeigen gerne auf, dass man am besten noch weniger arbeiten soll: 35 h/Woche vielleicht sogar 30 h/Woche und gleichzeitig sollte man mehr Urlaub haben, am besten 6 Wochen, vielleicht geht sogar noch ein bisschen mehr.

Richtigstellung!

Damit Sie, liebe Eltern mich richtig verstehen, ich gönne jedem einen MehrWert, d.h. mehr Urlaub, mehr Geld uvm. Doch es muss im Rahmen der Möglichkeiten sein. Immer wieder vermittle ich auch Jugendlichen bei Gesprächen über Sonderangeboten und Gratisprodukten sowie Gratisleistungen, dass dann irgendwas auf der Strecke bleiben muss.

Dies ist auch oft bestimmten Erwachsenen nicht klar. Wenn ich als Firma einerseits Angebote immer billiger oder zum Nulltarif anbiete, kann ich andererseits unmöglich üppige Gehälter zahlen. „Woher soll das Geld kommen?!“ Fakt ist: Der Chef einer Firma und seine verantwortlichen Führungskräfte können nur das Geld verteilen, welches zuvor erwirtschaftet wurde. Selbstverständlich gibt es Sonderangebote, wo bereits vorher der Preis eingerechnet wurde. Das meine ich an dieser Stelle aber nicht.

Gratis-Mentalität

In den letzten 2 Jahrzenten verstärkt durch das Internet entwickelte sich die sogenannte „Gratis-Mentalität“. Alles zum Nulltarif bekommen und gleichzeitig üppig verdienen. Und noch viel Freizeit haben, um dieses Angebot genießen zu können. Das geht so nicht.

Ich halte auch die Diskussion emotional fragwürdig, wenn öffentliche Vertreter wie zB. die Gewerkschaften auf einzelne Branchen mit dem Finger hinzeigen und sagen zB. der Handel soll am Sonntag nicht aufsperren. Es geht mir keinesfalls darum, ob das jetzt richtig oder falsch ist über diese dauerhaften Sonntags-Öffnungszeiten zu sprechen. Nein, es geht mir um eine andere viel wichtigere Erkenntnis bei solchen Diskussionen und auch der damit verbundenen Bewusstseinserweiterung.

Wenn wir uns in der Freizeit befinden, die viele schönen Dingen beanspruchen, arbeiten andere Menschen, um uns dies zu ermöglichen. Das muss jedem klar sein. Beispiel: Möchten Menschen gerne das Skifahren mit dem Drumherum genießen, müssen andere dafür sorgen, dass die Skilifte in Betrieb, die Pisten prepariert sind und die Gastronomie über genügend Personal verfügt, damit von der Hütte bis zum Restaurant die Gäste sich kulinarisch verwöhnen lassen können. Das Gleiche gilt für den öffentlichen Verkehr. Denn die Bahn, Flugzeuge, die Nahverkehrsmittel wie Busse, U-Bahnen uvm. fahren nur dann, wenn Menschen bereit sind, auch an Sonntagen, an Feiertagen zu arbeiten.

Sie erkennen, was ich Ihnen sagen möchte. Wir können in der Freizeit nur dann vieles an schönen Dingen genießen, wenn andere Menschen bereit sind, sich durch ihre Arbeit dafür zu engagieren.

Leben Sie es vor – Arbeit ist kein notwendiges Übel

Genau dieser eine Punkt unterstreicht Folgendes: Wie entscheidend es bei der Kindererziehung, beim optimalen Begleiten eines Kindes in die Wirtschaft und bei der Auswahl des Berufes ist, die positiven Seiten täglich zu betonen und vorzuleben. Das heißt keinesfalls, dass es nicht das andere auch gibt. Leider spricht man mehrheitlich nur über das Negative.

 Ja liebe Eltern, Sie haben richtig gelesen! Sie sollten Ihrem Kind aufzeigen, dass Arbeit kein notwendiges Übel ist, welches man annehmen muss. Sondern es ein wichtiger Teil unseres Lebens, der genauso wie die Freizeit Freude und Spaß machen kann.

Meinung über Unternehmer

Ich weiß! Einige werden jetzt sagen: „Lieber Herr Panhölzl, schön gesagt, aber dann arbeiten Sie mal in meiner Firma.“ Manche behaupten gerne ergänzend: „Ich habe bei einem Freund dies und das Negative gesehen.“ Ja, diese Beispiele sind in den meisten Fällen auch richtig. Ja, es gibt auch unter Unternehmern schwarze Schafe. Ja, gegen negative Entwicklungen muss man im Rahmen der Gesetze vorgehen. Ja, negative Entwicklungen sind abzustellen.

Ich gebe Ihnen recht! Doch meine lieben Eltern, hier spricht man von einer Minderheit. Die meisten Chefs, die ich in 21 Jahren kennen lernen durfte, sind sozial engagiert, geben ihr Bestes für die Mitarbeiter und haben durch ihre Entscheidung selbständig zu werden Arbeitsplätze geschaffen und tun dies solange sie tätig sind.

Über diese Aktivitäten liest man in der täglichen Presse sehr wenig. Hier werden alle Unternehmer in einen Topf geworfen und eher als gierige negative Menschen dargestellt, die nur auf Profit aus sind, gerne Mitarbeiter ausschlachten und nur ihre Leistung gegen geringe Bezahlung wollen. Ich weiß!!! Ein wenig überspitzt formuliert, doch für die Wichtigkeit des heutigen Themas im Blog ist sie notwendig um Sie, liebe Eltern wachzurütteln.

Unternehmer sein

Selten lesen Sie über Unternehmer, dass sie durch ihre Entscheidung zur Selbständigkeit vielen Menschen eine Arbeit geben und davon auch andere Familienmitglieder unter anderem die Kinder profitieren. Selten spricht man in diesem Zusammenhang, über das private Risiko, welches viele dadurch auf sich genommen haben. Oft müssen Unternehmer Kredite aufnehmen, um ihre Firma aufzubauen. Jede Entwicklung am Markt und auch jede damit einhergehende Wettbewerbsverschärfung oder Abänderung der Abläufe müssen vom Unternehmer richtig eingeschätzt und nicht nur mitgemacht werden, sondern sie müssen oft besser sein als die Konkurrenz, damit ihre Firma überlebensfähig ist. Dazu benötigen sie die Unterstützung ihrer Mitarbeiter, um die ständigen Herausforderungen zeitgerecht und optimal meistern zu können.

Wenn Sie in einer Firma arbeiten, wissen Sie bestimmt, wie es oft mir als Trainer ergeht. Viele Mitarbeiter fragen ihren Chef: „Warum kommt jetzt ein Trainer? Haben wir etwas falsch gemacht? Das brauchen wir doch nicht wirklich!“

Oft höre ich von der Politik, öffentlichen Vertretungen, wie entscheidend die Bildung ist. Dann ermöglicht ein Unternehmen sich weiterzubilden und schon nehmen zahlreiche Mitarbeiter eine ablehnende Haltung ein. Unternehmen kosten solche Trainings nicht nur den Trainer, sondern auch die Freistellung der Mitarbeiter, die an einen solchen Trainings teilnehmen. Bei der Umsetzung der erarbeitenden Lösungen / Workshop-Ergebnisse werden wieder Ressourcen gebunden. Ich kenne viele Unternehmer, gerade Klein- und Mittelbetriebe, die hier engagiert sind und als Dank erwartet sie häufig eine negative Welle seitens der Mitarbeiter.

Was übermitteln wir unseren Kindern?

Diese Erkenntnisse übermitteln viele Eltern bewusst und durch Gespräche mit anderen Erwachsenen auch unbewusst an ihre Kinder.

Dann kommt der entscheidende Moment, wo es auch bei Ihrem Kind darum geht, welchen Berufsweg soll es einschlagen? Gleichzeitig sollen Sie ihrem Kind die Wirtschaft schmackhaft machen. Dass dies mit diesem vorgelebten negativen Bild von Wirtschaft und Arbeiten-gehen ein sehr schwieriges Unterfangen ist, ist jedem klar.

Sie erkennen ab diesen Zeitpunkt, dass es nicht so sinnvoll war, sich stetig über die Wirtschaft, den Beruf und das damit verbundene Arbeiten-gehen mehrheitlich negativ zu unterhalten.

Klar weiß ich durch meine unzähligen Backstage-Blicke, dass nicht alles negativ gesehen wird. Viele Mitarbeiter und Führungskräfte engagieren sich für die Zukunft und das tägliche Tun enorm. Hier wird einem auch die Vorbildrolle bewusst, wenn es darum geht den Kindern die Wirtschaft und den Beruf positiv schmackhaft zu machen. Der Knackpunkt dabei ist: Es passiert viel zu selten. Das Negative steht meist im Vordergrund von Dialogen im privaten und beruflichen Umfeld.

Wenn Erwachsene und auch die Eltern über die Wirtschaft und den Beruf positiv sprechen, geschieht dies aus der Sicht der Jugendlichen nur, um sie auf diesen Berufs- und Wirtschaftseinstieg vorzubereiten. Das bedeutet auf gut Deutsch, die Kinder riechen den Braten schnell und denken sich: „Ja, jetzt reden sie positiv darüber, doch wir haben jahrelang das Gegenteil gehört und die Medien unterstreichen ebenfalls das Negative“.

Die Arbeitswelt verändert sich drastisch – Optimale Vorbereitung

Das was so locker klingt, ist für mich dramatisch. Warum? Viele Erwachsene auch in ihrer Elternrolle übersehen, dass wir uns in einem temporeichen Wandel befinden und bereits die heutigen Vorboten des Digitalisierungs-Zeitalters zeigen eindeutig auf, dass es in vielen Branchen und den damit verbundenen Abläufen in der Arbeit zu enormen Umbrüchen kommt. Bereits heute gehen Experten davon aus, dass man nicht nur öfters die Firma wechselt, was vor 20 Jahren auch eher selten der Fall war. Sondern dass man vielleicht zwei, drei Berufe in einem Arbeitsleben lernen muss, die sich komplett voneinander unterscheiden. Für Ihre Kinder bedeutet dies: Wenn sie das Thema emotional nicht mit einer positiven Einstellung gestalten, mitwirken und mit Freude in die Wirtschaft starten und so täglich ihren Beruf ausüben, werden sie zukünftige Herausforderungen und Veränderungen sehr schwer erfolgreich bewältigen.

Mit unserer Mission „Our Kids – Our Future“ wollen wir einen positiven Ruck in der Gesellschaft auslösen! Ein Umdenken einleiten, das dazu führt, dass man das Arbeiten-gehen, die Auswahl des Berufes und das tägliche Aktiv-sein in der Wirtschaft genauso positiv anerkennt und fühlt, wie die Freizeit. Auch in der Liebe ist nicht immer alles schön, dennoch ist sie positiv besetzt! Die tollen Dinge, die wir in der Freizeit im sogenannten privaten Leben erleben wollen, sind nur dann gewährleistet und erlebbar, wenn wir bereit sind, uns mit Freude, mit Spaß und hohem Engagement in der Wirtschaft zu engagieren.

Liebe Eltern, nehmen Sie bitte Ihre Vorbildfunktion wahr, indem Sie öfters das Positive, das Sie in Ihrem Beruf erleben, in den Vordergrund der Kommunikation und aller Dialoge stellen. Vor allem wenn Sie mit Ihren Kindern über das Thema Beruf und Wirtschaft sprechen.

Bildnachweis: Fotolia © nd3000

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Unser Geschäftsführer und Top-Speaker / Wirtschaftstrainer, Herr Günther Panhölzl, ist am 21.05.2019 völlig überraschend und unerwartet verstorben.

Eine Weiterführung der SimulationsManagement GmbH ist ohne dem Geschäftsführer als ausschließliches operatives Organ der Firma nicht mehr möglich.

Wir bitten um Verständnis, dass wir dazu keine Stellung nehmen.

Wir bedanken uns bei allen treuen Kunden, Fans und Partnern und wünschen Ihnen alles Gute!