Arbeiten! Lust oder Unlust?

Arbeiten! Lust oder Unlust?

Dein Beruf

Vielleicht stehst Du gerade vor einer Deiner wichtigsten Entscheidung im Leben – Deiner Berufswahl. Vielleicht bist Du mitten drinnen, wo es darum geht: Welchen Beruf wirst Du wählen? Vor allem wie wirst Du Dein Leben in der Arbeitswelt anlegen?

 

Kann Arbeiten wirklich sexy sein?

Ich bin seit über 20 Jahren Wirtschaftstrainer und habe selbst als Lehrling in der Wirtschaft angefangen. Klar habe ich auch damals mit meinen Freunden über unseren neuen Lebensabschnitt diskutiert. Auch damals war Arbeit nicht gleich auf den ersten Blick so richtig sexy. Wir hatten ja – wie Du jetzt – ein tolles Leben. Wir haben die Freizeit genossen. Wir haben viel Verrücktes gemacht und wollten dieses wunderbare Gefühl des „Frei-Seins“ nicht gerne aufgeben. Arbeiten hatte immer etwas von Disziplin. Du musst Befehle befolgen. Du musst Dich mit Kollegen arrangieren uvm. Es war somit auf den ersten Blick nicht gerade positiv, dass wir uns nun in diesem Lebensabschnitt befanden. Damals war der Chef auch ein bisschen mehr der Patriarch. Es war ein etwas härter, denn die Hierarchien waren nicht flach, sondern es ging strickt von oben nach unten. Ich hatte Glück, ich hatte einen tollen Filialleiter bei der Firma Julius Meinl AG, der mich nach einem kurzen Vorstellungsgespräch auch gleich genommen hat. Er war hart, hat mir viel gelernt und trotzdem – man kann ruhig sagen – ein toller Kumpel, wenn es darum ging, einen jungen Menschen wie mich auf das Leben vorzubereiten.

Meine Mutter und mein Vater waren ganz tolle Vorbilder, weil ich in einem wundervollen Umfeld erzogen wurde. Es ging mir richtig gut und ich hatte viele Freiheiten. Bei der Berufswahl haben sie mich gut unterstützt und mein Vater war – in der damaligen Zeit auch so üblich – richtig stolz, dass ich mit einer Lehre zum Einzelhandelskaufmann im Lebensmittelhandel startete. Die Firma Julius Meinl AG war damals ein Vorzeige-Betrieb, den es heute leider nicht mehr gibt. Er ist vergleichbar mit SPAR, BILLA oder in Deutschland EDEKA. Damals jedoch war es ein renommierter Betrieb und es war eine hohe Auszeichnung, wenn man hier eine Lehre beginnen konnte.

 

Image der Lehre

So war das damals und für viele ist das heute unverständlich. Die Lehre hat in den letzten Jahren ein sehr negatives Image abbekommen, was die Lehre auf gar keinen Fall verdient. Heute habe ich viel mehr Angst um Studenten, die nach dem Erreichen ihres akademischen Grades, wenn sie sich für die falsche Studienrichtung entschieden haben, auf der Straße stehen. Heute ist es nicht mehr sicher, dass ein Student einen sicheren, dauerhaften und vor allem hoch dotierten Job – den will er ja – bekommt. Ganz anders verhält es sich bei dem Thema „Lehre“ in den verschiedensten Berufen. Es ist auch mit Sicherheit an Dir nicht spurlos vorbei gegangen, dass seit vielen Jahren, mit zunehmender Intensität die Medien darüber berichten, dass Firmen sich in einem zunehmenden akut werdenden Fachkräfte-Mangel befinden. Das heißt auf gut Deutsch: Viele Firmen haben eine erstklassige Auftragslage und können zu ihrem Leidwesen immer seltener zusätzliche Aufträge annehmen, weil ihnen das Personal ausgeht.

Viele Firmen und vor allem ihre Chefs und Führungskräfte stehen mittlerweile vor der Problematik, dass sie nicht mehr wissen, wie sie die Aufträge in den nächsten Jahren halbwegs vernünftig annehmen können. Diese brauchen sie aber auch für das Überleben und der Weiterführung der Firma. Da stellt sich die Frage: Können diese Firmen morgen noch am Markt tätig sein? Sperren solche Firmen zu, nimmt die Auswahlmöglichkeit an Arbeitsplätzen ab. Für Dich und Deine Freunde heißt das: Es wird schwieriger, einen zukunftssicheren Arbeitsplatz zu erhalten, wo vor allem die Menschlichkeit und nicht nur das Arbeiten im Vordergrund stehen.

 

Studiere?!

Vielleicht hast Du auch Eltern, die einen mittlerweile jahrzehntelangen Trend folgen. Sie meinen: „Du sollst es einmal besser haben und deshalb studiere.“ Ja, ich hatte Glück! Meine Eltern haben mir zur Gänze die freie Wahl gelassen und ich fühlte mich eher zu einer Lehre, zum aktiven Arbeiten hingezogen als zu einem Studium. Eltern, die zu ihren Kindern sagen: „Du sollst es einmal besser haben“, sind meistens durch die eigenen Eltern geprägt. Viele davon haben den Zeiten Weltkrieg miterlebt oder zumindest ihre Auswirkungen.

 

Heute gibt es andere Voraussetzungen

Damals lag alles in Schutt und Asche. Es herrschten furchtbare Rahmenbedingungen und die Menschen haben täglich darum gekämpft, etwas zu essen zu haben. Wenn Du heute Dein Leben vergleichst, ist das wie eine Geschichte aus einer fernen Vergangenheit, mit der man als Jugendlicher eigentlich nichts mehr anfangen kann. Heute drehen sich Deine Gedanken eher über das neue Smartphone, den Austausch neuester Apps, welche Klamotten sind gerade IN und was können wir alles gestalten und tun, damit wir auch gesellschaftlich und beruflich IN sind. Manche Jugendliche sprechen auch davon, ein YouTube-Stars zu werden, sie möchten bei einem Start-up mitmachen oder Ähnliches. Man merkt richtig, diese tragen das Unternehmer-Gen in sich. Natürlich in der heutigen modernen Form.

 

Deine Einstellung zur Arbeit

Das Wichtigste –das möchte ich Dir heute in diesem Artikel mitgeben – ist Deine Einstellung zur Arbeit selbst. Einmal unter uns: Ist sie eher in Richtung Lust oder Unlust? Ich habe mittlerweile acht Bücher geschrieben und mein zweites Buch trägt den Titel: „Die 7 emotionalen Energiequellen des Erfolges“. Ich habe in diesem Buch Lehrlingen, Mitarbeitern und Chefs aufgezeigt, dass 7 emotionale Energiequellen täglich darüber entscheiden, was aus unserem Leben wird und wie wir es gestalten. Die zweite Quelle hat den Titel „Das Erfolgsgeheimnis von Lust oder Unlust“.

Jeden Tag triffst Du die Entscheidung, wie

  • Du in den Tag startest
  • Du alle Deine Aufgaben meisterst,
  • Du Deine Herausforderungen ansteuerst,
  • Deine Ziele verwirklichst und
  • grundsätzlich Dein privates und berufliches Leben lebst.

Heute dreht sich vielleicht noch alles um Dein privates Leben, weil Du kurz vor Deinem Berufsstart stehst. Vielleicht hast noch ein paar Jahre bis dahin oder Du bist sozusagen ein Newcomer in der Wirtschaft. Egal in welcher Phase Du Dich befindest. Das Wichtigste ist, dass Du akzeptierst, dass DU jeden Tag das Zepter Lust oder Unlust in der Hand hast. Lass Dich nicht von anderen hinunter ziehen. Glaube mir, es bringt nichts, wenn man ständig mit seinen Kollegen – weil das vielleicht gerade in der Gruppe IN ist – negativ über die Wirtschaft, den Beruf, die Arbeit, den Chef, die Führungskräfte, die Firma, die Kollegen uvm. spricht.

Stehst Du gerade am Beginn Deines beruflichen Lebens, lass Dich bitte nicht von denen anstecken, die bereits arbeiten und ständig negativ darüber reden. Vielleicht gehören auch Deine Eltern dazu und Du hast in den letzten Jahren mitbekommen, wie oft sie sich negativ über die Arbeit, die Firma, die Kollegen uvm. unterhalten. Es gibt auch ältere Menschen, die einem gerne erzählen, ihr wichtigstes Ziel war die Pension. Jetzt sind sie froh, dass sie diesen Zustand endlich erreicht haben. Das ist kein Ziel, das Leben erst in der Pension richtig zu genießen.

Beanspruche jetzt jede Sekunde! Freue Dich auf die Arbeit! Freue Dich auf die Herausforderungen! Freue Dich auf die Wirtschaft! Klar gibt es Hürden. Es gibt auch die Herausforderungen und nicht alle werden Dir gefallen. Das ist aber auch im Privatleben so.

Bist Du zB sportlich aktiv, weißt Du wovon ich spreche. Du musst hart trainieren, wenn Du ein bestimmtes Ziel, eine bestimmte Leistung erreichen möchtest. Wie oft beobachte ich junge Menschen, die zB Skateboard fahren und auch hinfallen. Spricht man mit solchen Jugendlichen meinen sie ganz motiviert: „Ja, es ist hart. Du musst viele Verletzungen über dich ergehen lassen. Man fällt oft hin, bevor man eine geile Figur auf dem Skateboard macht.“ Ich könnte jetzt viele Sportarten aufzählen. Vom Fußball bis hin zum Mountainbiken.

 

Konsequent ans Ziel – damit entwickeln wir uns weiter

Fakt ist: Wer eine gute Figur machen will, wer bei den Besten dabei sein möchte, wer in einem Mannschaftssport oder auch alleine z.B. beim Tennis gewinnen will, muss immer wieder trainieren, um vorne mit dabei zu sein. Merkst Du etwas? Es hört auch nicht auf. Selbst die besten Spitzensportler müssen stets trainieren, obwohl sie schon Olympiaden, Weltmeisterschaften uvm. gewonnen haben. Möchten sie morgen aktiv mitmischen und vorne dabei sein, dann heißt es „Vollgas geben“.

Vielleicht mag das für einige deprimierend klingen – für andere ist gerade dies die Motivation und der Anreiz. Möchte man WIRKLICH seine Ziele realisieren, hört es nie auf an sich zu arbeiten und das Beste zu geben. Du willst sicher viel in Deinem Leben erleben. Du merkst, ich spreche nicht nur ausnahmslos vom privaten Leben, sondern von Deinem gesamten Leben. Dazu gehören auch Dein Beruf, Deine ausgewählte Firma und die Möglichkeiten, die der Beruf in der Zukunft bietet. Möglicherweise möchtest Du auch gutes Geld verdienen, damit Du Dir die vielen schönen Dinge in der Freizeit leisten kannst, die ein tolles Leben auszeichnen.

 

Die Eintrittskarte dafür heißt Lust und nicht Unlust

Akzeptiere diese wichtige Erkenntnis. Es ist so einfach. Man muss nur den Schalter beim Denken und bei den Gefühlen umlegen. Schon kannst Du viele Herausforderungen meistern und Deine Ziele verwirklichen.

 

Bildnachweis:  © contrastwerkstatt / Fotolia

 

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